Schmetterlingsflügel

 

Eine gute Lemon kann jede Geschichte, in der es um Romantik, Liebe und der dergleichen geht, gewaltig aufpolieren.

 

Genauso kann eine miese Lemon aber auch gewaltig viel kaputt machen und eine eigentlich gute Story ganz schön durch den Dreck ziehen.

 

 

 

Schon allein deshalb ist das Schreiben von Lemons gerade für unerfahrene Autoren oft eine Zitterpartie und eine Herausforderung, der sich nur die wenigsten wirklich gern stellen.

 

Um dem Schreiben von Lemons ein wenig den Schrecken zunehmen möchten wir hier ein paar Tipps geben, wie eine Lemon gelingen kann. Die Anleitung zum absoluten Erfolg ist das natürlich nicht, da Schreibstil und Talent Punkte sind, die ganz wesentlich über die Qualität einer Lemon entscheiden. Nicht zuletzt spielt natürlich auch Übung eine Rolle - ihr als Autoren dürft nicht aufgeben, sondern müsst es immer wieder versuchen und an euch arbeiten.

 

 

 

Hier kommen also unsere Lemon-Tipps, von denen euch der ein oder andere vielleicht weiterhilft:

 

 

 

1. Grundsätzliches   

 

Bevor wir darauf eingehen, welche Punkte für eine gute Lemon beachtet werden sollten, sollte erst einmal geklärt werden, was überhaupt Sinn und Zweck einer Lemon ist.

 

 

 

Das Ziel einer Lemon, also der ausführlichen Beschreibung eines Liebesaktes, ist ursprünglich und tatsächlich, den Leser zu erregen. Dieser Umstand lässt darauf schließen, was eine gute Lemon maßgeblich sein sollte: Erotisch. Sie soll die Fantasie beflügeln, den Leser so richtig ins Schwitzen bringen und ihm hin und wieder die Scharmesröte ins Gesicht treiben. Theoretisch. Praktisch ist das leider recht schwierig zu bewerkstelligen. Doch, liebe Autoren, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Nicht verzagen – Leser fragen lautet die Devise. Nehmt konstruktive und objektive Kritik ernst, um euch zu verbessern, und gebt nicht auf, sondern übt fleißig weiter.

 

 

 

2. Das Fundament

 

 

Die Basis für jede gute Lemon bildet ein solides Grundgerüst, das ja bereits besprochen wurde.

 

 

 

Die Rechtschreibung und Zeichensetzung muss demnach so korrekt wie nur möglich sein, ebenso ist eine flüssige Formulierung in absolut sauberem Deutsch unerlässlich. Die Sätze sollten nicht abgehackt sein nach dem Motto:

 

 

 

"Ich lege meine Hand auf seinen Bauch. Langsam fahre ich tiefer. Am Hosenbund stoppe ich."

 

 

 

und so weiter und sofort sein, sondern geschmeidig ineinander fließen. Harmonischer wäre das Ganze z.B. so:

 

 

 

"Meine Hand legt sich zärtlich auf seine flache Bauchdecke, die immer wieder durch seine viel zu hektischen Atemzüge erzittert, und streichelt sanft darüber. Ein leises, wohliges Seufzen entfliegt seinen gerötet Lippen als er sich meiner Handfläche entgegen drängt, die seinen Bauch inzwischen mit sanften, kreisenden Bewegungen massiert. Ganz langsam, fast schon spielerisch, lasse ich meine Finger schließlich weiter nach unten Richtung Süden trippeln, bevor sie auf dem Knopf seiner Jeans zur Ruhe kommen.“

 

 

 

Des Weiteren ist es wie bereits unter „Basis“ erwähnt empfehlenswert, auf unflätige Ausdrücke, sprich Schimpfwörter, weitestgehend zu verzichten. Bei einer Story, deren Konzept auf einer generell eher harten Sprache basiert, gehört die ein oder andere unanständige Äußerung sicher dazu, niemals aber Wörter wie „bitch“ etc. Auf Verenglischungen sollte auch in einer Lemon besser grundsätzlich verzichtet werden, da sie das sprachliche Niveau eher absenken als anheben ( Ausnahmen unter „Basis" )

 

 

 

 

 

3. In der Kürze liegt nicht die Würze…

 

 

 

Eine gute Lemon besteht aus deutlich mehr als ein paar Sätzen, sich kurz zufassen ist also in diesem Fall nicht von Vorteil. Nehmt euch ruhig Zeit fürs Schreiben und gönnt den Charakteren sowie den Lesern ein ausgiebiges Vorspiel. Der Akt an sich ist zwar Höhepunkt der Lemon, aber im Endeffekt doch recht kurz. Ein kleines Warm-up schafft Stimmung sowie ein gutes Stückchen Textmasse und ist also gleich in mehrerlei Hinsicht dienlich. Eine gute Lemon beansprucht idealer Weise ein ganzes, wenigstens jedoch ein halbes Kaptitel und mindestens eine Word-Seite für sich.

 

 

 

Das einfach „Rein-raus-rein-raus“ gefolgt von einem kurzen aber „sensationellen“ Orgasmus ist einer der häufigsten Fehler. Wenn ein Autor eine Lemon-Warnung im Header angibt sollte er auch mehr als nur ein paar Sätze zu bieten haben, ansonsten ist der Leser zu Recht enttäuscht.

 

 

 

Hin und wieder ist natürlich auch gegen eine „schnelle Nummer“ nichts einzuwenden, im Gegenteil, sie kann auch für den Leser äußert reizvoll sein. Aber auch wenn die Charaktere schnell zur Sache kommen, so kann diese in mehr als nur zwei Absätzen geschildert werden. Schildert die Gefühle, Emotionen und Aktivitäten der Betreffenden ausführlich, um eine entsprechende Stimmung zu schaffen.

 

 

 

Im Großen und Ganzen gilt: Seit ruhig ausladend und detailgetreu, verehrte Autoren, eure Leser werden es euch danken!

 

 

 

 

 

Po-Gestöpsel…

 

 

Da eine Slash-Lemon schwieriger und komplizierter darzustellen ist als eine Lemon zwischen heterosexuellen Partnern wird auf diese hier gesondert eingegangen.

 

Zu Anfang sind natürlich alle vorangegangenen Punkte (Basis, Grundsätzliches, Fundament, Kürze/Würze) zu beachten.

 

Des Weitern ist sehr wichtig, sich über die Dinge des Möglichen und nicht Möglichen vorher grünlich zu informieren. Wenn zwei männliche Homo sapiens miteinander den Liebesakt vollführen ist das längst nicht so simpel, wie wenn sich ein Männlein und ein Weiblein gemeinsam der Leidenschaft ergeben.

 

Das erste Hindernis stellt schon die Anatomie dar. Zum „Einlochen“ müssen sich Schwule bekanntermaßen anderer Körperöffnungen bedienen als „Heten“, die allerdings längst nicht so zugänglich sind. Von der Natur aus ist das Hinterteil nun mal nicht dafür vorgesehen, um Dinge (oder Dinger) darin zu versenken. Um eine gute Slash-Lemon authentisch zu machen solltet ihr als Autoren auf diesen Umstand eingehen.

 

So sehr sich das Pärchen aus eurer Geschichte auch lieben mag: Reinstecken und fröhlich drauflos vögeln funktioniert - realistisch betrachtet - nicht.

 

Der Schließmuskel, der im Blickpunkt des Interesses steht, ist hoch sensibel und wie sein Name schon sagt ein Muskel. Er ist zwar recht dehnbar, allerdings braucht dieser Vorgang viel Zeit (im wirklichen Leben beträgt die Gewöhnungsphase oftmals Wochen), weshalb sehr vorsichtig vorgegangen werden muss, um keine Schmerzen und Verletzungen zu riskieren.

 

 

Zu aller erst benötigt euer Pärchen ein Gleitmittel und nein, Spucke ist nicht ausreichend. Die gleitende Wirkung ist viel zu gering und verflüchtigt sich viel zu schnell. Ebenso sind andere Mittelchen wie Duschgel, Babyöl, Zahnpasta (keine Ahnung, wie man auf die Idee kommen kann, so was zu benutzen) und sämtliche Bodylotions sowie Cremen nicht geeignet, da sie die empfindliche Darmschleimhaut zu sehr reizen und die Gleitwirkung zudem absolut unzureichend ist.

 

Wenn ihr den passiven Partner (so bezeichnen wir jetzt einfach mal den, der genommen wird, obwohl das längst nicht immer der Passive sein muss) eurer Geschichte also nicht unnötig leiden lassen möchtet tut ihm den Gefallen und baut reichlich (!!) Gleitgel ein. Ein kleiner Klecks ist da längst nicht genug, desto mehr, desto besser. Kein Gleitgel zu verwenden ist eine ganz (!!!) schlechte Idee, das wissen wir aus verschiedenen ersten Händen und dem Medium „Internet“.

 

Es mag vielleicht unromantischer sein, wenn eurer Pärchen erst noch zur Tube greifen muss, aber diese kleinen Extrasätze sollte euch die Glaubwürdigkeit eurer Geschichte wert sein.

 

 

Als Nächstes sollte euer passiver Partner, sofern er noch nicht so viel Erfahrung hat wie ein Karnickel, gründlich auf das Kommende vorbereitet werden. Gerade bei ungeübten Personen kann ein Penis zu dick sein, um ihn einfach einzuführen. Wo eigentlich ein regelmäßiges „Üben“ von mindestens einer Woche notwendig ist solltet ihr als Autoren wenigstens so weit gehen, den Schließmuskel eures passiven Partners dehnen zu lassen, wofür sich ja der Aktive geradezu anbietet. Am besten sind hierfür geschickte Fingerchen geeignet, die sich – natürlich mit reichlich Gleitgel versehen – vorsichtig, nacheinander und langsam Einslass in den Körper des Passiven verschaffen können. Das macht eure Lemon nicht nur authentischer und gefühlvoller sondern sorgt zudem für Textmasse.

 

 

 

Nach eingehender Vorbereitung können eure Charaktere dann also so langsam zur Sache kommen. Auch hier gilt: Gleitgel nicht vergessen und bei sich nicht bekannten Personen ein Kondom (angemerkt sei, dass in Zeiten des Safersex ein Kondom grundsätzlich besser ist).

 

 

 

Ob man es nun glauben mag oder nicht, aber auch die Stellung ist ganz entscheidend. Auf dem Bauch liegen und das Becken nach oben heben z.B. ist für den passive Partner realistisch gesehen sehr schwer, da sich zwangsläufig alle Muskeln in diesem Bereich anspannen und der Akt somit mehr als unangenehm werden kann. Wenn es dennoch in dieser Pose sein soll empfiehlt sich ein großes Kissen als Unterlage, um das Gesäß anzuheben. Gleiches gilt für die Missionarsstellung, die für Unerfahrene die beste Wahl darstellt.

 

 

 

Die Reiterstellung sollte nur von wirklich sehr erfahrenen Partnern angewandt werden, gerade der Passive muss schon einiges an Übung haben, da das Entspannen des Schließmuskels in dieser Position extrem schwer ist. Wenn eure Schnuckel dann bei der Sache sind muss eine gewisse Portion Realismus erhalten bleiben. Das soll heißen, dass die beiden Charaktere (gerade wenn es für den Passiven das erste Mal ist) nicht zu heftig am Gange sein sollten. Bedenkt bitte, dass das erste Mal nun mal das erste Mal ist und somit eine ganz neue Erfahrung. Auch die wenigsten Mädchen winden sich bei diesem Ereignis in wilder Extase  ;-)

 

 

 

Nur als kleine Erklärung dazu: Desto schneller und härter die Stöße sind, mit denen der Aktive zu Werke geht, desto schneller wird die Darmschleimhaut gereizt, was dem Passiven gehörig die Lust vergehen lässt. Tiefe und harte Stöße ziehen auch die Darmaufhängung ganz schön in Mitleidenschaft, was zu stechenden Schmerzen führen kann.

 

Zu guter letzt sollten auch die Gefühle nicht zu kurz kommen. Gerade bei einem Pärchen, dass den Lesern bereits durch den Vorlauf der Geschichte gut bekannt ist, ist es von besonderer Bedeutung, auf ihre Emotionen einzugehen.

 

 

 

 

So, das war nun also unsere kleine Aufklärungsstunde. Es wurden viele Fakten geliefert, die sicher nicht alle für eine gute Lemon abgearbeitet werden müssen und auch keine Garantie für eine solche sind. Wir möchten lediglich aufzeigen, dass ein Mindestmaß an Realismus wichtig ist, damit der Leser einem die Lemon auch abnimmt und nicht bei jedem zweiten Satz denkt: „Das geht so gar nicht!“ Einige Leser sind sehr bewandert in Sachen Bettsport ;-)

Ihr mögt vielleicht denken, dass man es mit der Genauigkeit und dem Realismus auch übertreiben kann, aber es ist wirklich wichtig, dass ihr euch vorher informiert, was wirklich geht. Ansonsten lauft ihr Gefahr, dass eure Lemon nicht so gut wird, wie sie vielleicht eigentlich sein könnte.

Umfangreiche Informationen findet ihr z.B. hier: http://www.datenschlag.org/howto/anal/

 

 

 

 

 

Noch Fragen? Kein Problem, über das Kontaktformular sind wir jeder Zeit zu erreichen. Wir sind bemüht, euch auf jede Frage eine Antwort zuliefern und bedienen uns dabei auch professioneller Hilfe, z.B. in Form von befreundeten Schwulen. Jede Nachricht wird 100%ig beantwortet!

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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